Bevor es losgehen kann mit einem neuen, stromsparenden PC, ist zunächst eine wichtige Frage zu stellen: Wofür soll der PC verwendet werden?
Der "falsche" PC ist möglicherweise nicht nur teurer in der Anschaffung, sondern auch teurer im laufenden Betrieb.
Moderne, hochgezüchtete PCs sind in den seltensten Fällen das, was der Anwender braucht. Trotzdem bieten viele Händler "Office-PCs" an, die viel zu "überladen" sind.
Also immer zuerst überlegen: "Was werde ich mit meinem neuen PC machen?" Wer nur selten spielt (und wenn, dann nicht die allerneuesten Spiele in höchste Detailstufe), der braucht keine hochgezüchtetet Grafikkarte (ggf. reicht sogar OnBoard-Grafik). Zum Dokumente Schreiben und im Internet Surfen sind Mehrkern-Prozessoren nicht wirklich nötig. Hoch getakterer Speicher mit niedrigen Timings mag ein Quentchen mehr Performance bringen, ist aber teurer und braucht mehr Strom. Das selbe gilt für das dickste Mainboard mit zig Features, Steckplätzen und dem tollsten Chipsatz.
Und muss es überhaupt ein Desktop-PC sein? Wer ab und zu im Internet surft, hier und da mal Briefe schreibt oder auch mal ein kleines Spielchen einschiebt, für den reicht vielleicht auch schon ein Notebook, zwar im Allgemeinen teurer, dafür aber definitiv sparmsamer. Und es muss auch hier nicht das neueste Top-Modell sein.
Alle fest im PC verbauten Komponenten verbrauchen immer Strom, auch dann, wenn man sie nur höchst selten benutzt. Das mag zwar wenig sein, aber auch das bisschen kostet Geld und produziert Abwärme, die das Gehäuse aufheizt.
Mal ehrlich: Wie oft wird das CD- oder DVD-Laufwerk in Ihrem PC benutzt? Mein Notebook hat gar keins, mein Hauptrechner auch nicht, lediglich der Media-PC besitzt ein fest eingebautes DVD-Laufwerk. An Hauptrechner und Notebook kommt bei Bedarf ein externes Laufwerk zum Einsatz.
Ein interner DVD-Brenner kann im Ruhezustand bis zu fünf Watt verbrauchen [Stromverbrauch von DVD-Laufwerken]. Nie benutzt würde er so im Jahr 14,6 kWh im Wert von fast drei Euro verschleudern (bei acht Stunden Betrieb jeden Tag). Ein geradezu dramatisches Ergebnis. Um es dramatischer zu machen könnte man das jetzt auf alle PCs in Deutschland oder weltweit hochrechnen, aber solche Zahlenspiele erspare ich mir hier (2006 kamen auf 100 Haushalte etwa 83 stationäre PCs [quelle], bei etwa 35 Millionen Haushalten ergibt dies 29 Millionen PCs. Wer will kann sich ausrechnen, was deren CD-/DVD-Laufwerke verbrauchen).
Die Lösung: Ein externes, z.B. über USB angeschlossenes Laufwerk. Grundlegend stehen zwei möglichkeiten zu Auswahl: Entweder ein externes 5,25" Gehäuse, das jedes Handelsübliche Laufwerk aufnehmen kann (Achtung: Mir ist bisher kein 5,25" Gehäuse bekannt, das intern einen SATA-Anschluss besitzt. Das ganze funktioniert also nur mit IDE-Laufwerken), oder ein externes Gehäuse für Slimline-Laufwerke, wie sie in Notebooks zum Einsatz kommen. Die Slimline-Lösung kommt im Idealfall sogar ohne zusätzliche Stromversorgung aus, benötigt also kein extra Netzteil.
Ob ein externes Slimline-Laufwerk ohne zusätzliche Stromversorgung auskommt hängt von verschiedenen Faktoren ab: Liefert der USB-Anschluss genug Strom? Wieviel Strom benötigen Gehäuse und Laufwerk? Entwerder genügt der Anschluss mit einem einfachen USB-Kabel (der Idealfall), oder es muss ein spezielles Kabel verwendet werden, dass auf der Rechner-Seite an zwei USB-Ports (oder an USB und PS/2) angeschlossen wird. Hilft alles nichts, bieten einige Gehäuse auch die Möglichkeit eine externe Stromversorgung anzuschließen. Hier heißt es ausprobieren, eine Universallösung gibt es leider nicht.
Ein externes Laufwerk kann noch mehr Vorteile haben: Zunächst kann es an mehreren Computern benutzt werden, es muss also nur ein Mal angeschaft werden (aber dafür sind die Anschaffungskosten wegen des externen Gehäuses auch höher). Steht der Computer unter dem Schreibtisch, dann kann das externe Gehäuse auf den Schreibtisch gestellt werden. Kein Verrenken mehr, nur um eine CD einzulegen. Dank Plug&Play reicht es unter Windows das Laufwerk anzuschließen und schon kann es wie ein fest eingebautes Laufwerk verwendet werden.